Write what you know

„Write what you know“ – eine der ersten Regeln, die man als Schreiber lernt, gleich nach „Show, don’t tell“.
Und wenn man etwas nicht weiß? Muss man recherchieren. Ich habe mich zwar schon immer für Düfte interessiert, als Teenager mit Hilfe eines Hobbythekbuchs sogar Versuche unternommen, einen eigenen Duft herzustellen, am Flughafen schlage ich die Wartezeit stets in den Parfumläden tot, Mitmenschen mit zu großzügig aufgetragenen Duftwässerchen können mir den Tag versauen. Doch habe ich bei Weitem nicht die Supernase meines Protagonisten Charlie. Um glaubhaft aus seiner Sicht schreiben zu können, muss ich also viel über die Geschichte und die Herstellung von Düften lesen, viele Parfums schnuppern und mich mit Profis aus der Branche treffen. Bei meinem letzten Berlinbesuch kam ich wieder bei Jo Malone vorbei, meine Agentur sitzt nur ein paar Häuser weiter, und dieses Mal musste ich ihn einfach mitnehmen: Den goldenen Koffer!

25 Düfte mit wenigen Inhaltsstoffen, dadurch alle miteinander kombinierbar, dazu die Kärtchen mit den Beschreibungen der Kopf-, Herz- und Basisnoten.

Der perfekte Trainingskoffer. Wenige der Düfte (alle unisex) würde ich selber tragen, dennoch tue ich es, um die Entwicklung, die diese oder jene Note auf der Haut nimmt, nachvollziehen zu können. Zum Teil muss ich auch Düfte erleiden, die sich überraschend entwickeln, aus denen sich nach ansprechender Kopfnote kleine Geruchsmonster hervorschälen, ich leide dann den ganzen Tag wie mein Ich-Erzähler und rieche wie ein Fremder, ‚method writing‘, wenn man so will. Also, meine lieben Freunde aus dem echten Leben: Wenn ich etwas seltsam rieche in nächster Zeit, wisst ihr warum.