1 Monat Villa

Am nächsten Montag ist es soweit: Ich darf für einen Monat ins mare Künstlerhaus einziehen. Die Hamburger Autorin Leona Stahlmann ist mit von der Partie, dazu noch zwei Musiker/Komponisten – fantastische WG!

Foto: mare Künstlerhaus / Roger Willemsen Stiftung

Zum Lockdown in eine Villa eingesperrt zu werden, während rundherum das gesellschaftliche und kulturelle Leben zum Stillstand kommt, fühlt sich trotzdem ein wenig nach Kim „Private Island“ Kardashian an.

Foto: mare Künstlerhaus / Roger Willemsen Stiftung

Man möchte in Anbetracht einer globalen Pandemie nicht von gutem Timing sprechen, aber wir alle müssen den November überwiegend daheim verbringen. Und so ist der Zeitpunkt des luxuriösen Lockdowns tatsächlich auf eine Art günstig: Mein zweiter Roman liegt bereits beim Verlag, und bevor es mit dem Lektorat losgeht, dauert es noch etwas, also kann ich mich ins nächste Abenteuer stürzen. Und hierzu kann ich nun endlich etwas erzählen, denn der Vertrag mit dem Hörverlag ist unterzeichnet, das Konzept steht, und ich bin bereits fleißig am Plotten.

Vertragsunterzeichnung (virenfrei)

„Der Russe in Marzahn“ ist der Arbeitstitel, und es wird ein Hörbuch, gelesen von Shenja Lacher. Der Schauspieler hat bereits meinen Charlie Berg ganz hervorragend eingelesen und hatte dabei auch noch großen Spaß.

Quelle: Interview mit Shenja Lacher im boersenblatt.net

Als wir uns letztes Jahr mit Christiane Collorio und Ana Kohler vom Hörverlag in München zur Feier des Hörbuchs (hier kann man reinhören) getroffen haben, erzählte Shenja, der in Marzahn aufgewachsen ist, Episoden aus seinem Leben und von seiner russischen Verwandtschaft – und wir lachten Tränen. Am Ende des Abends, den wir bei Shenja ausklingen ließen, gelang es den Hörverlagsfrauen, mich dazu zu überreden, mit dem Schauspieler, der zehn Jahre lang zum festen Ensemble des Residenztheaters München gehörte, eine Szene aus meinem Roman nachzuspielen. 🙈

Jedenfalls hatte Dr. Collorio vom Hörverlag danach die zauberhafte Idee, dass ich ein Hörbuch schreiben könnte, kurze Episoden, inspiriert von Motiven aus Shenjas Anekdoten – welches Shenja dann einlesen würde. Keine Biografie, sondern ein paar Zutaten aus dem Leben des Russen in Marzahn, verquirlt mit möglichst viel Wahnsinn. WIE GEIL IST DAS BITTE: Shenja mitsamt Stimme als Vorlage für eine Figur zu haben ist ein absolutes Geschenk beim Schreiben – meine Figuren bleiben sonst bis zu einem gewissen Grad vor meinem inneren Auge unscharf, und hier habe ich ein perfektes Modell. Das wird ein großer Spaß in der Villa.
Vielen Dank, Roger-Willemsen-Stiftung und Hamburger Kulturbehörde! ❤️

Beim Probesitzen in Roger Willemsens Bibliothek im September