Ruslan aus Marzahn: 12.7.2021

Gestern habe ich das finale Skript an den Hörverlag geschickt, und schon nächste Woche ist Shenja Lacher im Studio, um es einzulesen.

2019 traf ich mich mit Shenja und den Frauen vom Hörverlag in München zur Feier des Charlie-Hörbuchs, das Shenja ebenfalls eingelesen hatte. An diesem denkwürdigen Abend erzählte er, der in Marzahn aufgewachsen ist, diverse Anekdoten aus seiner Jugend und von seiner russischen Verwandtschaft – und wir alle lachten Tränen. 

Dr. Christiane Collorio vom Hörverlag fragte mich anschließend, ob ich nicht ein Hörbuch schreiben möchte, inspiriert von den Anekdoten und Motiven aus Shenjas Biografie – welches Shenja dann einlesen würde.

Ihn mitsamt Stimme als Vorlage für eine Figur zu haben stellte sich als absolutes Geschenk heraus: Ruslan sieht aus und spricht wie Shenja. Ansonsten stimmen nur die groben Eckdaten der beiden überein (Schauspieler aus Marzahn, erst am Theater, dann TV-Kommissar, russische Mutter/Eltern) und die ein oder andere Anekdote (Besuch bei der russischen Verwandtschaft, mit fünf Cousinen in die Russendisko, ein Bruder, der Ballermanntechno produziert und im Wohnwagen wohnt …)

Währenddessen telefonierten/zoomten wir stundenlang, ich brauchte quasi nichts zu recherchieren. Shenja lieferte mir alle Infos über die russische Community, über die russische Vulgärsprache, den Mat, erzählte mir von der russischen Tradition der Trinksprüche und von der Esskultur. Und aus den geplanten acht Episoden wurden zehn.

Aber worum geht es eigentlich?

Hier der Klappentext:

Eigentlich läuft es gerade ziemlich gut für Ruslan. Okay, seine Ex-Frau und Mutter des gemeinsamen Sohnes ist noch immer sauer, seit er den Kleinen im Bällebad des Möbelhauses vergessen hat. Dass er ihn jetzt nur noch in Begleitung sehen darf ist zwar hart, aber vielleicht hatte die Familienrichterin nicht ganz unrecht … sein Leben war deutlich aus der Spur geraten. Doch inzwischen ist Ruslan auf dem besten Wege, ein verantwortungsvoller Vater zu werden – keine Eskapaden mehr, keine nächtlichen Touren, stattdessen ein Kinderzimmer in seiner neuen Single-Wohnung, ein gefüllter Kühlschrank und jede Menge gute Vorsätze. Endlich ist ihm auch der Sprung vom Theaterschauspieler zum Hauptdarsteller einer neuen Krimiserie gelungen. Bis eines Tages Ruslans Bruder bei ihm auftaucht – und mit ihm die gesamte russische Verwandtschaft. Wie soll man bitte mit kleinkriminellen Mini-Onkels, zugelaufenen Kampfhunden und ein paar weniger wichtigen Explosionen noch ein vorbildliches und kindkonformes Leben führen?

Und während Shenja nächste Woche in München im Studio ist, nehme ich hier im Atelier Royal TS die Musik für das Hörbuch auf. Für die Liveumsetzung gehen wir dann mindestens einmal gemeinsam auf die Bühne, und das ist eine Aussicht, die mich sehr, sehr glücklich macht: Während der Profi meinen Text liest, sitze ich einfach nur daneben, und hin wieder performen wir gemeinsam einen Song. Und trinken Yeshow-Wodka. Aber dazu später mehr … 🦔

one second everyday

01 2021

Letzten Sommer hatte ich eine Blitzlesung in Berlin. Im Radio eins Sommergarten, das war ein kleines Highlight in meinem ansonsten recht trostlosen Debütantenjahr – vielen Dank nochmal an Uslar und Rai!
Moderiert hat Marion Brasch, und sie zeigte mir in der Pause einen ihrer one-second-everyday-Filme. Der Name ist dabei Programm, und es gibt eine App, die das alles für einen regelt.
Weil ich zum letzten Jahresende schon Spaß an den Monats-Rückblicken hatte, mache ich jetzt einfach weiter:
Das war mein Januar 2021.

Manifesto

Ich liebe Manifeste. Eine schöne Reihe grafisch hübsch aufbereiteter Lebensweisheiten von verschiedensten Künstler:innen (von Lee Scratch Perry bis Pussy Riot’s Nadya Tolokonnikova) gibt es bei WEPRESENT, der Website von WeTransfer, die ziemlich cool über Kreativität und Kunst berichtet – vorbeischauen lohnt sich.

Unexpected stories about creativity
Told by WeTransfer

Besonders Lee Scratch Perry’s Weisheiten sind quasi meine zehn Gebote, wenn man den GOTT aus Nr. 8 weglässt.

https://wepresent.wetransfer.com/story/manifesto-lee-scratch-perry/

Jahresrückblick 2020 – Teil 12 (Dezember, 10 Bilder, 10 Sätze)

1 –  Abschied von der Villa
2 – Wir haben uns vermisst!
3 – Zurück an die „andere“ Arbeit, angenehmerweise auch mit Literaturbezug: Kurzporträts der Hamburger Literaturpreisträger schneiden, hier z.B. HAMBURGER BUCH DES JAHRES-Preisträger Benjamin Maack
4 – Pizza-Zoom-Feedbackrunde mit dem Juniorlektorat, alle haben meinen neuen Roman gelesen und auf aktuellen Slang abgeklopft – wichtigstes Learning: „cringe“ ist schon wieder cringe
5 – In der Abschiedssendung des Bücherjournals darf ich mich mit einer Grußbotschaft zwischen Berühmtheiten wie Robert Seethaler und Daniel Kehlmann einreihen, kommt mir immer noch vor wie ein großes Missverständnis, aber was soll’s, ich mache mit, bis ich auffliege …
6 – Buchhandlung Lüders, zum dritten Mal: Diesmal darf ich zum Signieren in den Keller, es gibt tätsächlich einen Geheimgang, beim nächsten Mal schaue ich nach, in welche Welt er führt und schreibe Euch von dort
7 – Mit Anselm und Nefeli in ihrem Laxbrunch Podcast über Hotel New Hampshire zu sprechen war trotz Distanz wunderschön, wir konnten gar nicht aufhören, haben danach einfach noch ein paar Stunden weitergesabbelt und sind alle beseelt ins Bett gegangen
8 – Suko mit Sukokissen und ein paar Homies an Heilig Abend
9 – Meine absolute Lieblings-Negativkritik 😂  Hat die noch nie ein Buch gelesen, in dem ein Hund eingeschläfert wird???
10 – Es gab so viele tolle Besprechungen, zum Jahresende taucht mein Charlie sogar in mehreren Highlight-Listen auf, und pünktlich zum Abschluss dieses seltsamen Jahr des Sebastian Stuertz dreht Daniel Kaiser vom NDR noch mal richtig auf im „eat.read.sleep“-Podcast 😍
Ich rutsche mit Gänsehaut ins neue Jahr!!

Jahresrückblick 2020 – Teil 11 (November, 10 Bilder, 10 Sätze)

1 – Während der Lockdown light beginnt, darf ich mit drei weiteren Künstler:innen mein Monatsstipendium im mare Künstlerhaus antreten
2 – Ein Zimmer mit Waldblick 😍
3 – So schön habe ich noch nie geschrieben – mit Kaminfeuer, während nebenan Nea, die gute Seele der Villa, Flügel spielt
4 – Alles in dieser Villa ist schön: Die Bücher …
5 – … Roger Willemsens Keksdosensammlung …
6 – … und der elektrische Fußwärmer ist zwar nicht schön, aber schön warm
7 – unsere Lockdown-WG v.l.n.r.: Caspar de Gelmeni (Komponist und Video Artist), daneben ein Mann, der sich in die Backe kneift, Joss Turnbull (spielt die iranische Kelchtrommel) und Leona Stahlmann (Autorin, sowie an diesem Abend Erbsensuppe-mit-Kokos-und-Minze-Köchin)
8 – Die Stipendiat:innen-Bibliothek enthält nun schon drei ERA-Autor:innen, und zufälligerweise haben wir drei auch schon auf der Ham.Lit Anfang des Jahres gelesen.
9 – Jede:r, die bzw. der ein paar Wochen in der Villa verbringen darf, ist vermutlich so verzaubert wie ich auf diesem Bild – und würde am liebsten hier bleiben …
10 – … leider ist die Nachbarschaft hochgradig kriminell: im Tennisclub wurde vor kurzem der Pokal der Clubmeisterschaft ’99 (alte Herren) entwendet – ein Verbrechen, das nie aufgeklärt werden konnte

Jahresrückblick 2020 – Teil 10 (Oktober, 10 Bilder, 10 Sätze)

1 – Der Podcast von Gerrit und mir (ÜBERS SCHREIBEN) musste leider eine Pandemie-Pause einlegen – die erste Staffel war ein exzellenter Jahrgang, wie man an den Autor:innenfotos sieht – doch der Podcast lebt davon, dass man sich miteinander betrinkt oder zumindest gegenüber sitzt … eventuell versuchen wir es demnächst doch mal per Zoom
2 – Spätestens im Oktober war klar, dass der Drosten ein besserer Wahrsager als der Wendler ist: Alle verschobenen Lesungen gestrichen, also weg mit dem Jahresplaner, aber schnell
3 – zwischendurch ein Suko hat noch keinem geschadet
4 – Not macht erfinderisch, also starte ich eine Nebenkarriere als Beauty-Blogger: Die Gesichtsmaske ist von wonderstripes und das Geheimnis meiner ewigen Jugend [irrsinnig gut bezahlte Werbung, kann mich zur Ruhe setzen jetzt]
5 – Ich habs natürlich verpennt, aber zum Glück gibt es Leute, die um diese Zeit schon wach sind und mir Beweisfotos schicken: Dunja Halali kündigt den Beitrag über Charlie, Suko, Peter Twiehaus und mich im ZDF Morgenmagazin an
6 – Das tolle Büchlein RAUS! NUR RAUS! ist fertig, und ich darf direkt auf der ersten Seite meine Liebe zur Buchhandlung Lüders in Worte fassen: ich habe nach einer laaaangen Signierstunde dort WIRKLICH von einem Buchhändlerinnen-Geheimbund geträumt, Ragna Lüders und Dr. Jasmin Humburg (aka @leaf.and.literature) hatten kunstvoll gearbeitete Schlüssel um den Hals hängen die geheime Türen öffnen konnten.
7 – falls ihr es noch nicht wusstet: Corona ist Kacke
8 – das lustige Viruslein weist den Weg zum Corona-Test – der November steht vor der Tür und ich brauche einen für die Lockdown-WG im mare Künstlerhaus
9 – Trosttrinken statt Lesen beim Hugendubel am Stachus mit den Kolleg:innen und der wunderbaren Gastgeberin-Buchhändlerin-Lyrikerin Lalena 🤗😢
10 – Wald geht immer

Jahresrückblick 2020 – Teil 9 (September, 10 Bilder, 10 Sätze)

1 – Es gab viele liebevoll inszenierte Postings zu meinem Buch, tolle Beiträge und schöne Besprechungen, aber 6 von 5 Punkten gab es nur einmal – von @literaturentochter
2 – Nochmal in das mare Künstlerhaus, diesmal zum Grillen, die Vorfreude auf den November steigert sich
3 – Dass die restlichen Lesungen am Ende des Jahres ausfallen werden, war ja klar, aber den Debütantenball von Uslar & Rai ersatzlos zu verpassen schmerzt schon sehr, das Line-Up wäre fantastisch gewesen – und Debütant ist man nur einmal 😭
4 – Bei der langen Nacht der Literatur in Hamburg darf ich mitlesen!
5 – und zwar beim Büchereck Niendorf in der Kirche, großartig moderiert von Krimimimi – aber wie traurig sieht eine ausverkaufte Lesung zu Pandemiezeiten aus? 
6 – Ich limitiere meine Screentime für Instaburg & Co, den Code kennt nur meine Frau – ein Segen
7 – Ausschließlich sympathische Autor:innen in der Endrunde des Michael-Kühne-Preis
8 – Tiefpunkt des Jahres ist die Cancel-Culture-Debatte, in die ich hineingezogen werde und die nur eine Gewinnerin kennt – wenigstens ordnet Böhmi bei ‘Spitzentitel‘ das Ganze vernünftig ein: „Ist schon Bürgerkrieg, wenn Leute nicht mit anderen auftreten wollen?“
9 – Juchu, das nächste Buch ist unter Dach und Fach – es wird ein Hörbuch und erscheint schon 2021 im Hörverlag
10 – noch ein Kurzurlaub im Zirkuswagen um die Ecke

Jahresrückblick 2020 – Teil 8 (August, 10 Bilder, 10 Sätze)

1 – für eine Blitzlesung im Radio eins Sommergarten  (danke Uslar & Rai 🤗) reise ich nach Berlin und darf in einer Gästewohnung mit Dachterrasse übernachten
2 –  Marion Brasch moderiert, es ist Sommer in Berlin, Freundinnen, Kollegen, Agentinnen im Publikum – bis auf die fehlenden Umarmungen fühlt sich alles großartig nach Leben an
3 – Ich treffe endlich meinen Insta-Freund und Autoren-Kollegen Christian Dittloff 👋🏻
4 – und meine Cousine aus England ist auch noch zufällig zur gleichen Zeit mit Mann und Kind zu Besuch in Berlin
5 – okay, mein Verlag schickt mir handgeschriebene #FANPOST weiter … alles erreicht
6 – Leona und ich treffen uns mit den Sommer-Stipendiat:innen Kati, Johanna und Marc im Mare Künstlerhaus – die drei ziehen schon mal ein, wir freuen uns auf November und schreiten ehrfürchtig durch die Villa
7 – Feedbackrunde 1 zu Roman Nr. 2 ist äußert erquicklich und auch lustig
8 – Dana hat mit OTTO eins meiner Lieblingsbücher 2019 geschrieben, den Michael-Kühne-Preis bekommen und ist inzwischen eine Freundin, dieses Jahr bin ich für den Preis nominiert, Süskinds ‚Parfum‘ hatte selbstverständlich großen Einfluss auf mein Debüt – unsere drei Bücher nebeneinander unverhofft bei der Buchhandlung Marissal am Rathaus zu entdecken ist ein durchaus bewegender Moment
9 – Insta-Werbung hat funktioniert, hab bestellt und es nicht bereut
10 – Netflix gibt es seit 23 Jahren, wie schnell die Zeit vergeht!

Jahresrückblick 2020 – Teil 7 (Juli, 10 Bilder, 10 Sätze)

1 – Die Behörde für Kultur und Medien initiiert gemeinsam mit dem Literaturhaus Hamburg das Buch „raus, nur raus!“, in welchem über 50 Autor:innen und Literaturmenschen über ihren persönlichen literarischen Ort in Hamburg schreiben, und da meine Frau Tara  von allen Orten die Fotos für das Buch macht, begleite ich sie an einigen Tagen oder Nächten, wie hier beim Bild zu Simone Buchholz‘ Text über den Silbersack. 
2 – Die Förderung für die untergegangenen Bücher des Frühjahrs macht eine Open Air Lesung möglich …
3 – … und zwar im Hinterhof des Lesesaal Hamburgs, die Vorfreude ist groß
4 – die nächste Doku über das kaputte Wahlsystem der U.S.A. – diesmal darf ich ein Brettspiel gestalten und basteln
5 – Draußen sitzen und essen geht wieder, aber der schöne Seifenhalter im Bistro Carmagnole ist vernünftigerweise verwaist
6 – Urlaub – statt nach Italien gehts in die Heide
7 – der Hund ist eh überall glücklich
8 – Die erste Lesung, seit mein Buch erschienen ist – am Strand mit drei Kolleg:innen bei „Dichter an der Elbe“, eine Veranstaltung des writers room Hamburg
9 – erst regnet es, doch dann kommt die Sonne raus
10 – und dann endlich eine richtige Premierenlesung, mit Stephanie Krawehl im Hinterhof des Lesesaals

Jahresrückblick 2020 – Teil 6 (Juni, 10 Bilder, 10 Sätze)

1 – hoffentlich etwas, das auch nach der Pandemie bleibt: im Sommer vor dem Haus mit Nachbarn und Freunden auf der Straße sitzen
2 – zum Glück habe ich weiterhin Arbeit und muss hin und wieder eine Dokumentation über das kaputte Wahlsystem der U.S.A. bebildern
3 – hehehe
4 – endlich offiziell: ich lese beim Harbourfront
5 – Social Media Müdigkeit, ihr kennt das
6 – andererseits half Instagram dabei, herauszufinden, dass wir nicht allein sind mit unserer Inselbegabung (Verena Güntner, Elisabeth R. Hager, Karen Köhler und ich), nämlich seit der Kindheit den absoluten Blick für vierblättrige Kleeblätter zu haben 🍀
7 – Roman Nr.2 in erster Fassung fertig – noch hat er den etwas staubigen Arbeitstitel „Maskenball“
8 – Unser großer Sohn hat Abi 🎉❤️ … und darf nicht (richtig) feiern oder reisen …😢
9 – Mit Weitsicht in die zweite Lebenshälfte gleiten
10 – Suko hat  die Kissen arrangiert