CHARLIE BERG – DER TITEL

Ich war erstaunt, als ich bei den Vertragsverhandlungen erfuhr, dass der Titel und das Cover meines Buches nicht von mir im Alleingang bestimmt werden können. Und dass das normal in der Buchbranche ist! Jahrelang hatte ich Tapes, 7-Inches und CDs veröffentlicht, und immer lag die Gestaltungshoheit bei mir bzw. der Band – wir haben ja auch immer auf Indielabels oder einfach selbst veröffentlicht. Die Idee, Cover und Titel nicht als Teil des Gesamtkunstwerks zu denken, kommt mir bis heute vollkommen absurd vor. Doch je mehr schreibende Menschen ich kennenlernte, desto öfter hörte ich Horrorgeschichten von Titeln oder Buchcovern, die der Verlag gegen den Willen der Autorys durchgedrückt hatte. Die eine war unglücklich mit dem Titel, der andere mochte sein Cover nicht – ich war fassungslos und machte mich auf zähe Diskussionen gefasst.

Ich wollte von Anfang an, dass Charlies schwaches Herz, das Sterben oder der Tod irgendwie im Titel des Buchs auftaucht – ohne dass es wie ein Krimi klingt. Mein Arbeitstitel lautete jahrelang SPENDERHERZ – mit Sicherheit ein ganz schlechter, abtörnender Titel. (Für meinen zweiten Roman „Da wo sonst das Gehirn ist“ hatte ich zu Beginn ebenfalls einen höchst unattraktiven Arbeitstitel: MASKENBALL.)


Etwas diffus, aber irgendwie immer noch sehr schön finde ich die Titelidee „Der Anfang und das Ende aller Dinge“. Auch hier gibt es einen Herz-Bezug, denn es handelt sich um den Teil eines Lew Tolstoi-Aphorismus, den Fritzi zum Ende des Romans zitiert.

Hier ein paar weitere Titelideen:

Ich habe also schon vor der Verlagssuche lange nach einem Titel gesucht – und war mit „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ schließlich ziemlich glücklich. Der Verlag zum Glück auch.