Ruslan aus Marzahn: 12.7.2021

Gestern habe ich das finale Skript an den Hörverlag geschickt, und schon nächste Woche ist Shenja Lacher im Studio, um es einzulesen. 2019 traf ich mich mit Shenja und den Frauen vom Hörverlag in München zur Feier des Charlie-Hörbuchs, das Shenja ebenfalls eingelesen hatte. An diesem denkwürdigen Abend erzählte er, der in Marzahn aufgewachsen ist, diverse Anekdoten aus seiner Jugend und von seiner russischen Verwandtschaft – und wir alle lachten Tränen.  Dr. Christiane Collorio vom Hörverlag fragte mich anschließend, ob ich nicht ein Hörbuch schreiben möchte, inspiriert von den Anekdoten und Motiven aus Shenjas Biografie – welches Shenja dann einlesen würde. Ihn mitsamt Stimme als Vorlage für eine Figur zu haben stellte sich als absolutes Geschenk heraus: Ruslan sieht aus und spricht wie Shenja. Ansonsten stimmen nur die groben Eckdaten der beiden überein (Schauspieler aus Marzahn, erst am Theater, dann…Continue reading Ruslan aus Marzahn: 12.7.2021

Quality Content in Times of Corona

Wir Künstler sind alle in der gleichen Situation: Auch ohne Corona schon immer diejenigen, die nach Aufmerksamkeit gieren, sei es auf der Theater- & Konzertbühne oder auf Lesereisen. Und jetzt betteln sogar die, die sonst eher onlinefaul sind im Internet darum, im Mittelpunkt zu stehen, ich selbstverständlich auch – aber ich bin sowas von müde. Alle möglichen gebeutelten Kulturschaffenden posten, talken, streamen irgendwas irgendwohin, ganze ehrlich: unterhaltsam ist leider die Ausnahme. Lesungen finde ich schon im echten Leben oft zu lang und zu öde – ich gehe eigentlich nur wegen des Talkteils zu solchen Veranstaltungen bzw. um Menschen zu treffen oder kennenzulernen. Jetzt finden sie schlecht ausgeleuchtet und mies klingend statt, ich habe bisher nur ein paar Minuten in eine reingeguckt, von Menschen, die ich interessant und sympathisch finde, deren Bücher ich auch gut finde oder zumindest für lesenswert halte, habe…Continue reading Quality Content in Times of Corona

Mein Buch ist da. Jippi.

Ja, da kann man sich in diesen Tagen leider nicht richtig drüber freuen. Keine Buchmesse, keine Premierenfeiern, kein Konzert mit der Band, keine Lesereise. Sogar bereits geplante Radiointerviews und TV-Beiträge werden gecancelt. Es ist der denkbar beschissenste Zeitpunkt, um ein Buch zu veröffentlichen.

Das war 2019 – Teil 1: Einen Podcast machen

Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr. Heute: Die Alphabeten – unser Podcast ÜBERS SCHREIBEN Mein Freund Gerrit und ich produzieren seit Beginn des Jahres unseren Podcast „ÜBERS SCHREIBEN“. Wir hatten tolle Gäste zu Besuch, überwiegend Gästinnen (sechs) und lediglich ein Quoten-Männchen. Drei weitere Folgen haben aus Gründen nie das Licht der Welt erblickt, diese Gründe sind vielfältig und haben u.a. mit Alkohol vs. Technik, Wirtschaftsgeheimnissen, sowie Dr. Jekyll (Mikro läuft) und Mr. Hyde (Mikro ist aus) zu tun. Ihr braucht also bitte nicht weiter zu fragen und müsst mir einfach glauben dass es sehr, sehr, sehr bizarr war.  So oder so – Gerrit und ich werden weitermachen, denn auch wenn es eine Menge Arbeit ist (niemand schneidet so liebevoll Ähms und Ööhs heraus wie wir), und das für ein ziemliches Nischenprodukt (unsere Zuhörer*innen pro Folge liegen im dreistelligen Bereich) ist es doch…Continue reading Das war 2019 – Teil 1: Einen Podcast machen

Das Buch wird gedruckt

„Das eiserne Herz des Charlie Berg“ erscheint am 16.03.2020. Ich habe einige Horrorgeschichten von Kolleg*innen gehört, von schlimmen Covern, die der Verlag durchsetzt, sogar der Buchtitel wird oft in der Marketingabteilung entschieden. Bisher hatte ich also Glück, da auf meinen Wunsch hin ein Bild der Künstlerin Moki verwendet wurde und auch mein Titel vom Verlag genommen wurde. Außerdem, was mir extrem wichtig war, ist der Titel auf dem Cover Buchstabe für Buchstabe handgemalt, und nicht aus einem „Hand-Font“ gesetzt, was mir (als Grafiker) regelmäßig Augenschmerzen bereitet, wenn ich das sehe. Besonders ekelig ist das bei doppelten Buchstaben, die dann mit ihrer exakt gleichen Unregelmäßigkeit die Täuschung entlarven. So sieht es aus: Was ich gelernt habe: Die Erscheinungstermine von Büchern sind offenbar etwas weicher als in der Musikbranche, wo durch Vorbestellungen und mediale Fokussierung auf den einen Erscheinungstag möglichst viele Verkäufe innerhalb…Continue reading Das Buch wird gedruckt

Bald ist es ein Buch

Wie läuft’s? … sollte eigentlich eine monatliche Rubrik werden. Es läuft gut! Aber ist auch viel los hier, deshalb war ich etwas nachlässig. Hier eine kurze Zusammenfassung der letzten Monate: Ende Mai  Für das Finale ziehe ich mich im Mai nach Lauenburg zurück. Unwirkliches Gefühl, als ich plötzlich fertig bin. Eine Woche vor der Deadline. Es sind sehr viele Seiten geworden, Leute lachen, wenn ich ihnen sagen, wie viele. „Ambitioniert“ ist so ein Wort, das bedeutet so viel, wie: „Du bist doch bekloppt, wer soll das denn alles lesen?“ Keine Sorge, wird alles noch etwas eingedampft. Der Plan von Anfang an war, erstmal alles hinzuschreiben (vieles musste auf diese Art auch erst entdeckt werden) um dann großzügig wegstreichen zu können – ein herrlicher Luxus. Mein Verlag ist happy, es scheint nicht der Regelfall zu sein, dass fristgerecht abgegeben wird. Bin also…Continue reading Bald ist es ein Buch

Wie läuft’s? März 2019

Seit ich öffentlich darüber schreibe, dass ich schreibe, erreichen mich hin und wieder Nachrichten von alten Bekannten, Kollegen und Verwandten. Ich bekomme entzückende Mails von Menschen, die ich seit Jahren nicht gesprochen habe, alle freuen sich für mich und auf mein Buch. Einen Roman zu schreiben scheint nicht nur für mich eine Art heiliger Akt zu sein. Andreas, ein alter Bekannter, ist so begeistert von meinem märchenhaft anmutenden Einstieg ins Literaturgeschäft, dass er anruft, um mir mitzuteilen, wie sehr ihn das freut. Er fragt mich, ob ich noch einen Parfumeur für die Recherche suche, er habe gelesen, dass es in meinem Roman um Düfte geht. Sein Nachbar sei zufällig in der Branche tätig. Er heißt Christian Plesch, arbeitet als Senior Perfumeur bei einem großen, weltweit agierenden Duftkonzern und ist „auch verrückt“, was wohl bedeutet, dass ich es auch bin. Aus…Continue reading Wie läuft’s? März 2019

Wie läuft’s? Dezember 2018

Letztes Jahr fuhr ich nach Weihnachten für zwei Tage alleine in ein altes Hotel in Lauenburg. Ein Hotel, das nicht nur wie aus den sechziger Jahren aussah, sondern tatsächlich bereits als Kulisse für den in dieser Zeit spielenden Film „Die Banklady“ hatte herhalten müssen. Ich wollte dort in Ruhe meinen Romananfang überarbeiten. Für so etwas war in meinem Alltag als freier Motion Designer und Familienvater kaum Zeit. Das Schreiben war immer ein Hobby, dem ich nur morgens, nachts oder im Urlaub nachgehen konnte. Doch ich hatte mir vorgenommen, endlich Ernst mit meinem Romanprojekt zu machen. Dieses Jahr wollte ich konzentrierter schreiben und noch mehr über Plot und Dramaturgie lernen. Unter anderem stand ein Besuch der narrativa auf dem Plan. Das ist eine Autorenmesse mit Vorträgen, Pitching Sessions und Workshops. Vor ziemlich genau einem halben Jahr, am 1. Juni 2018 nahm ich…Continue reading Wie läuft’s? Dezember 2018

Duft

  Eine Frau steigt zu mir ins leere Zugabteil. Verspeist eine Banane. Beginnt dann ihre Nägel – glücklicherweise nur die der Finger – zu lackieren. Erstaunlicherweise trägt die stark geschminkte Mitreisende weder „Poison“ noch „Opium“ – für meine Nase die beiden abstoßendsten Parfums, die je ein Duftatelier verlassen haben. Hatte ich schon erwähnt, dass ich eine Nase habe? Natürlich klingelt jetzt noch ihr Marimbaphone in Fliegeralarmlautstärke. Langsam erreiche ich das Alter, in dem Erste-Klasse-Tickets als sinnvolle Investition erscheinen. Obwohl die an Körperverletzung grenzende Überdosierung von Parfums auch – oder gerade – in der „besseren Gesellschaft“ gepflegt wird. Ich weiß wirklich nicht, was schlimmer ist: wenn meine Riechzellen in einem Bahnabteil von Banane/Döner/hart gekochtem Ei attackiert werden, oder wenn ich einen der Düfte ertragen muss, die als „sinnlich“ oder „orientalisch“ vermarktet werden und mit denen sich Trägerinnen ohne Gefühl für die…Continue reading Duft

Wann machst du das nur alles?

Als Debütant hat man ja selten die Ruhe, die es eigentlich braucht, wenn man ernsthaft schreiben will. Ich habe eine Frau, zwei Kinder, einen Hund, Freunde, einen Cyborg, ein Bilderwitze- & Podcast-Duo und bin auch noch Freelancer, der sich seine Jobs selber suchen muss. Alles davon macht mich glücklich, doch allen in dem Maße gerecht zu werden, wie sie es verdient hätten ist unmöglich. „Wann machst du das nur alles?“ Diesen Satz höre ich immer wieder von Freunden oder Kollegen, und jedesmal wundert mich diese Frage, denn ich bin ein unorganisierter, fauler Chaot, der gefühlt nichts hinbekommt von all dem, was eigentlich zu tun ist: Ich will zu viel und langweile mich relativ schnell. Das erklärt die diversen Branchenwechsel in meiner Vita und vielen Spielwiesen, auf denen ich mich nebenbei austobe. Neue Dinge anzufangen ist meine große Leidenschaft. Leider bin…Continue reading Wann machst du das nur alles?